Pressemitteilung

Pressemitteilung : GV 2018

26.04.2019

GV 2018 des Verbands der Walliser Stromverteiler

Le Châble – Die Generalversammlung des Verbands der Walliser Stromverteiler fand am 26. April 2018 unter dem Vorsitz von Jean-Albert Ferrez in Le Châble statt. Nachdem 2012 der Atomausstieg angekündigt wurde, herrschte sechs Jahre Unentschlossenheit. Das letzte Jahr war nun geprägt von der Volksabstimmung zur Energiestrategie 2050 und der Fertigstellung der Vollzugsverordnungen. Alle rechtlichen Grundlagen sind am 1. Januar 2018 in Kraft getreten. Die Strombranche kennt damit ihre Rahmenbedingungen für die nächsten Jahre und kann die Konkretisierung von Projekten angehen.

Umsetzung der Energiestrategie 2050

Nachdem das Schweizer Volk den legislativen Teil der Energiestrategie 2050 gutgeheissen hat, hat sich der VWSV aktiv an der Vernehmlassung zum Verordnungspaket beteiligt. Auch wenn das Prinzip der Eigenverbrauchsgemeinschaft nicht mehr bekämpft wurde, musste doch auf die Umsetzungsdetails geachtet werden. In diesem Sinne ist das vom Bundesrat vorgeschlagene Endergebnis akzeptabel.

Die strategischen Überlegungen werden aber nun an anderen Fronten weitergeführt. Der Produktionssektor sieht sich weiterhin mit historisch tiefen Preisen und dem Konkurrenzdruck der verschiedenen Energiequellen konfrontiert. Die Branche der Stromverteiler entgeht diesen Überlegungen nicht: Einerseits sind viele ihrer Akteure auch in der Produktion tätig und andererseits revidieren die Eidgenössischen Räte gleichzeitig die Strategie Stromnetze.

Die vollständige Liberalisierung des Strommarkts erregt auch weiterhin die Gemüter. Befürworter und Gegner sind weit davon entfernt, einen Kompromiss zu finden, ohne von der Volksabstimmung zu sprechen, die mit Sicherheit zustande kommen wird. Bis dahin bereitet sich die Branche weiter auf den Kampf vor und wird bereit sein, einem liberalisierten Markt gegenüberzutreten, gleichgültig wie die Regeln aussehen werden. In der Zwischenzeit haben sich die Eidgenössischen Räte mit spezifischeren Fragen wie der Liberalisierung des Stromzählermarkts befasst.

Überlegungen und Handlungen des VWSV

2017 hat eine doppelte Neuerung in der Energiebranche stattgefunden: Staatsrat Roberto Schmidt trat als Departementsvorsteher und Joël Fournier als Leiter der Dienststelle für Energie und Wasserkraft sein neues Amt an. Im Anschluss an die unter der Leitung ihrer Vorgänger geführten Überlegungen, passt sich die Branche weiter an den aktuellen Wandel an. So haben die zwei grössten Verteiler des Kantons, énergies sion région (esr) und Sierre-Energie ihre politische Vision einer Fusion der beiden Gesellschaften bestätigt. Im Kanton entstehen auch andere Zusammenschlüsse oder Kooperationsplattformen. Dieser Ansatz zielt insbesondere darauf ab, den gemischten Charakter der Walliser Verteiler zu erhalten. Das heisst, dass sie neben dem Strom auch das Fernsehnetz, Erdgas, Trinkwasser, Fernwärme und Ladestationen für Elektrofahrzeuge verteilen sowie Beratung zu unter anderem Energieeffizienz, Elektroinstallationen oder Haustechnik bieten. So sind sie eng mit dem Endkunden verbunden, was einen unbestreitbaren Vorteil im Hinblick auf die Marktöffnung bedeutet.

Wechsel im Präsidium und neue Mitglieder

Jean-Albert Ferrez, ehemaliger Generaldirektor von énergies sion région (esr), hat die Geschicke des VWSV seit 2015 geleitet. Dieser Zeitraum war im Wesentlichen geprägt von den abschliessenden Diskussionen und der Umsetzung der Energiestrategie 2050 und markierte einen Wendepunkt für die gesamte Energiebranche und insbesondere für die Energieverteiler, die bestimmte physikalische Gesetzmässigkeiten verteidigen und gleichzeitig die Kundenorientierung ihrer Aktivitäten aufwerten mussten.

Die Generalversammlung hat Samuel Claret als Nachfolger gewählt. Samuel Claret wohnt in Troistorrent und leitet seit 2014 das Amt für Elektrizität, Energie und nachhaltige Entwicklung der Stadt Monthey. Davor hatte er verschiedene Funktionen in Zusammenhang mit Energie in KMUs und in Industriebetrieben der Region inne. Er ist Ingenieur HES in Energiesystemen und schloss kürzlich einen Executive MBA in Management und Business Administration ab.

Als Ersatz für Jean-Albert Ferrez hat die Generalversammlung François Fellay, Generaldirektor der esr, in den Vorstand gewählt.