Pressemitteilung

Pressemitteilung : GV 2017

08.06.2017

GV des Verbands der Walliser Stromverteiler

Visp – Die Generalversammlung des Verbands der Walliser Stromverteiler fand am 8. Juni 2017 unter dem Vorsitz von Jean-Albert Ferrez in Visp statt. Das vergangene Jahr war recht unruhig für die Branche. Die vom Volk angenommene Energiestrategie 2050 bringt mit der dezentralen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern und der Stärkung von Eigenverbrauchsgemeinschaften beträchtliche Umstellungen für die Stromverteiler mit sich. Der VWSV macht sich Gedanken zu den Auswirkungen der politischen und strukturellen Veränderungen auf seine Tätigkeit und beteiligt sich an einer Arbeitsgruppe zur mittel- und langfristigen Erhaltung der Wertschöpfung im Wallis.

2016/17 – ein bewegtes Jahr für die Schweizer Energiebranche

Zusammen mit seinen Partnern (VSE, DSV, Multidis usw.) hat der VWSV die jüngsten Debatten in den Bundeskammern über die Revision des Energiegesetzes aufmerksam verfolgt. Fünf Jahre nach dem Entscheid über den Atomausstieg hat die Regierung die Energiestrategie 2050 zur Volksabstimmung vorgelegt. Nun, da das Volk die Richtung vorgegeben hat, kann sich die Branche auf die Umsetzung konzentrieren.

Der VWSV hat sich an der Vernehmlassung zum Verordnungspaket aktiv beteiligt. Im Kern dreht sich dieser zweite Reformteil hauptsächlich um die dezentrale Energieerzeugung und die Eigenverbrauchsgemeinschaften. Auch wenn die Netzbetreiber immer noch über ein sicheres, leistungsstarkes und effizientes Netz verfügen dürften, ziehen die vorgeschlagenen Änderungen doch einerseits einen Bindungsverlust zwischen den Verteilern und den Endkunden und andererseits eine Destabilisierung der Netze aufgrund der bevorzugten dezentralen Erzeugung nach sich.

Wenngleich der Schwerpunkt bei der Förderung der Grosswasserkraft liegt, so gibt es doch viele Punkte mit Folgen für die Verteilung, wie zum Beispiel das von der UREK vorgeschlagene Modell, nach dem die an gebundene Verbraucher gelieferte Elektrizität nur aus Schweizer Kraftwerken stammen darf, die erneuerbare Energien produzieren.

Insgesamt erlebt die Schweizer Elektrizitätsbranche tiefgreifende Veränderungen. Auch die Stromverteilung entgeht dem nicht, da das Bundesparlament gleichzeitig die Netzstrategie revidiert.
Während die Energiestrategie 2050 noch dezentrale Mikronetze befürwortete, scheint diese neue Revision die Verteiler allmählich auf eine völlige Liberalisierung der Branche vorzubereiten, etwa mit dem Thema Zählermarktliberalisierung. Die weniger im Zentrum der Aufmerksamkeit stehende Verteilerbranche kommt in Bewegung, neue Akteure könnten auftauchen und die traditionellen be- oder verdrängen.

 

Überlegungen und Handlungen des VWSV

Unterdessen haben die Walliser Verteiler darüber nachgedacht, wie sich die politischen und strukturellen Veränderungen auf ihre Tätigkeit auswirken. Auf Initiative von Staatsrat Jean-Michel Cina wurde eine Arbeitsgruppe mit Mitgliedern des VWSV, der FMV und der Dienststelle für Energie und Wasserkraft ins Leben gerufen. Kernthema der Diskussion ist die mittel- und langfristige Erhaltung der Wertschöpfung im Wallis. Die Lösung wird nicht einfach sein, denn sowohl die Erzeugung als auch die Verteilung und der Vertrieb bringen unterschiedliche Herausforderungen mit sich. Zudem sind viele Verteiler Mehrfachanbieter, sie liefern also nicht nur Elektrizität, sondern auch Kabelfernsehen, Gas, Trinkwasser usw. Sie sind eng mit den Endkunden verbunden, was einen unbestreitbaren Vorteil darstellt. Die Arbeitsgruppe hat sich nicht auf die Branchenstrukturen, sondern auf Themen mit Synergiepotenzial konzentriert, die vertieft werden können. Der Bericht über die erste Phase wird in Kürze erwartet. Die Diskussion über das weitere Vorgehen wird mit dem neuen, für die Energie zuständigen Staatsrat Roberto Schmidt fortgesetzt.

Schliesslich hat sich der VWSV im vergangenen Jahr in zahlreichen kantonalen und eidgenössischen Vernehmlassungen für die Interessen der Stromverteilerbranche eingesetzt – Telekommunikationsgesetz, Niederspannungs-Installationsverordnung (NIV), zweite Phase der Energiestrategie – und seine interne Arbeitsgruppe zu den Aufladestationen für Elektrofahrzeuge wieder aktiviert.

 

Walliser Elektrizitätsstatistik 2016

Laut den von der Dienststelle für Energie und Wasserkraft erstellten Statistiken betrug der Stromverbrauch des Kantons im vergangenen Jahr 3‘194 GWh. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Verbrauch im Wallis leicht (-0.7%) gesunken, während er in der gesamten Schweiz unverändert blieb.

Die Bruttoproduktion des Kantons ging um 8.48 % auf 10‘530 GWh zurück. Dies ist hauptsächlich auf den Rückgang der Wasserkraftproduktion zurückzuführen. Aus anderen erneuerbaren Energieträgern (Biomasse, Solar- und Windkraft) wurden 90.3 GWh erzeugt, was einer Zunahme von 9.32 % bei jeder dieser Energien entspricht. Zur Erinnerung: In den letzten Jahren war die Wachstumsrate dieser neuen Energien zweistellig.