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Pressemitteilung : GV 2019

23.05.2019 VISP

GV 2019 des Verbands der Walliser Stromverteiler

Vétroz – Die Generalversammlung des Verbands der Walliser Stromverteiler fand am 23. Mai 2019 unter dem Vorsitz von Präsident Samuel Claret in Vétroz statt. Das Jahr 2018 war geprägt von der Umsetzung der Energiestrategie 2050 und den daraus resultierenden Verordnungen. Diese Veränderung des rechtlichen Rahmens in Verbindung mit dem technologischen Fortschritt erlaubt es dem Endverbraucher, teilweise die Stromnetzinfrastruktur zu umgehen. Diese neue Form der Liberalisierung des Marktes ist mit der Einführung des Zusammenschlusses zum Eigenverbrauch bereits Realität. Unter diesen sich schnell verändernden Bedingungen agieren die Verteiler in einem zunehmend wettbewerbsorientierten Umfeld.

2018: Vorbereitungen für die rechtlichen und technologischen Veränderungen

Das Jahr 2018 war geprägt von der Umsetzung der Energiestrategie 2050 und den daraus resultierenden Verordnungen. Die Zukunft der Branche zeichnet sich allmählich ab. Der Begriff der Stabilität, Garant für Nachhaltigkeit und Sicherheit, wird allmählich durch ständigen Wandel, Unsicherheit, Komplexität und Schnelllebigkeit abgelöst. Unter diesen Bedingungen hat der VWSV stets daran erinnert, dass die Verantwortung für ein sicheres, leistungsstarkes und effizientes Netz immer noch von den Verteilnetzbetreibern getragen wird, während diese neuen Formen des Verbrauchs – und der Erzeugung, ja sogar der Speicherung von Strom – auch Herausforderungen hinsichtlich der Vorhersage von Verbrauch und Produktion darstellen, welche sich auf die Stabilität der Netze auswirken können.

Der Prozess der Marktliberalisierung hat innerhalb der Europäischen Union vor mehr als 20 Jahren begonnen und seine Bilanz ist durchwachsen. Einerseits ist die Liberalisierung ein Innovationsfaktor, andererseits sind die Stromkosten für die europäischen Verbraucher paradoxerweise gestiegen. In der Schweiz steht das Thema Liberalisierung seit 15 Jahren im Mittelpunkt der politischen Agenda. Die Umsetzung erfolgte mittels einer teilweisen Marktöffnung mit Fokus auf das grösste Potenzial, das heisst auf die Grossverbraucher. 2018 hat das BFE sein Projekt zur Öffnung des Strommarktes in die Vernehmlassung gegeben. Der VWSV äusserte jedoch starke Vorbehalte gegenüber dem Projekt und lehnte die vorgeschlagene Öffnung des Strommarktes ab. Das Projekt gefährdet in der Tat sowohl die Versorgungssicherheit als auch Investitionen in das Netz oder in erneuerbare Energien. Vor allem bleibt es eine Mischform zwischen einer echten, vollständigen Marktöffnung und einem regulierten Modell. Angesichts der für die praktische Umsetzung erforderlichen Investitionen rechnet der VWSV kurzfristig mit einem Anstieg der Preise und zweifelt am tatsächlichen Mehrwert für die Endverbraucher.

Der gesellschaftliche Wandel, die Energiewende, die neuen Technologien und die Digitalisierung drängen jedoch auf eine andere Liberalisierung, die sich nicht nur auf die Energievermarktung beschränkt, sondern auch die Nutzung des Verteilnetzes einschliesst. Diese Entwicklungen könnten es den Endverbrauchern ermöglichen, teilweise die Stromnetzinfrastruktur zu umgehen und so zu einem Wettbewerb mit dem Monopol der Verteiler führen. Letztere sind bereits durch die Einführung des Zusammenschlusses zum Eigenverbrauch (ZEV) mit dieser Entwicklung konfrontiert. Die Verteiler agieren in einem zunehmend wettbewerbsorientierten Umfeld. Der VWSV wird sicherstellen, dass der Grundsatz der Kostenverursachung und die Gleichbehandlung respektiert werden, um jegliche Diskriminierung unserer Kunden zu vermeiden.

Überlegungen und Handlungen des VWSV

Intern konzentrierte sich der VWSV auf die Erwartungen und Bedürfnisse seiner Mitglieder im Hinblick auf die anstehenden Herausforderungen der Branche. Diese Analyse führte zur Reorganisation des Vorstandes und der Revision der Statuten, aber auch zur Erstellung einer Charta, welche die Werte der Nähe, Offenheit und Verantwortung innerhalb des Verbandes fördert.

Gleichzeitig hat der VWSV im Interesse seiner Mitglieder die Grundlagen für eine konstruktive Zusammenarbeit mit den staatlichen Stellen geschaffen. Nach regelmässigem Austausch mit der Dienststelle für Energie und Wasserkraft hat der VWSV sich bereit erklärt, eine Reorganisation der kantonalen energiewirtschaftlichen Strukturen zu analysieren und damit den Wünschen des Grossen Rates zu entsprechen. Des Weiteren ist der VWSV bereit, den Leistungsvertrag auszuhandeln, der mit der Zuteilung von Netzgebieten einhergeht. Der VWSV wird ausserdem in Zusammenarbeit mit der Dienststelle für Unterrichtswesen die Sensibilisierungskampagne für nachhaltige Entwicklung und Energie in der Primar- und Sekundarschule unterstützen.

Walliser Elektrizitätsstatistik

Laut den von der Dienststelle für Energie und Wasserkraft erstellten Statistiken betrug der Stromverbrauch des Kantons im vergangenen Jahr 3’179 GWh. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Walliser Verbrauch sowohl im Wallis (−0,92 %) als auch in der gesamten Schweiz (−1,4 %) leicht gesunken.

Die Bruttoproduktion des Kantons stieg um +13.15% auf 11’660 GWh. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf das gute Ergebnis der Wasserkraftproduktion (+14,5%) zurückzuführen. Die Produktion von erneuerbaren Energien (Biogas-, Windenergie- und Photovoltaik-Anlagen) erreicht 111 GWh, eine Wachstumsrate von 7,8% bei einem starken Anstieg der Photovoltaik (+13,5%).