Sitten – Die Generalversammlung des Walliser Verbandes der Stromverteiler fand am 18. Mai auf dem Zirkulationsweg statt. Sie erneuerte seine Organe durch die Wahl eines neuen Präsidenten in der Person von Philippe Délèze.

Dies ist die Gelegenheit, die Zukunft der Stromnetze zu diskutieren. Netze und Netzbetreiber sind das Herzstück der Energiewende, die Elektromobilität und saubere, erneuerbare und dezentrale Produktion umfasst. Das bedeutet, die Netzwerke zu überdenken, sie intelligenter und flexibler zu gestalten und eine nachhaltige und solide Beziehung zu den Produzenten und vor allem zu den Verbrauchern aufzubauen.

Im Durchschnitt mussten die Schweizer*innen 2019 nur 19 Minuten ohne Strom auskommen, davon 11 Minuten aufgrund geplanter Arbeiten und 8 Minuten aufgrund ungeplanter Ausfälle; damit ist es eines der sichersten Netze in Europa. In der Schweiz ist das Verteilnetz, das den Strom dorthin bringt, wo er in Betrieben und Haushalten verbraucht wird, rund 250‘000 km lang – also sechsmal so lang wie der Erdumfang – und zu 85 % unterirdisch. Es ist vergleichbar mit den Kantons- und Gemeindestrassen, während das Übertragungsnetz, das den Autobahnen entspricht, den Stromtransport auf hoher Spannungsebene ermöglicht.

Zwischen den Produzenten und den Endverbrauchern sorgt der Verteilnetzbetreiber (VNB) für die Entwicklung und das Management eines sicheren und effizienten Verteilnetzes, um alle Kundinnen und Kunden im Kanton mit Strom zu versorgen. Er stellt auch die Energieversorgung sicher.

Ein Rechtsrahmen im tiefgreifenden Umbruch

Die Verteilung von Elektrizität entwickelt sich, wie der gesamte Energiesektor, innerhalb eines sehr strengen regulatorischen Rahmens, z.B. dem kStromVG (Kantonales Gesetz über die Stromversorgung), dem EleG (Elektrizitätsgesetz), dem EnG (Energiegesetz), usw. und deren zahlreiche Verordnungen, …

Mit der 2017 verabschiedeten Energiestrategie 2050 hat sich die Schweiz verpflichtet, die Energieeffizienz zu verbessern, erneuerbare Energien auszubauen und aus der Atomkraft auszusteigen. Dies impliziert, dass unser Energiemodell einen tiefgreifenden Wandel durchlaufen wird und dass die Stromverteiler eine zentrale Rolle bei diesem Übergang zu spielen haben.

Diese im Allgemeinen unsichtbaren Veränderungen haben bereits bei den Vorschriften und deren Anwendung vor Ort begonnen, zum Beispiel mit der Verpflichtung, herkömmliche Zähler durch “intelligente” Zähler zu ersetzen. Gleichzeitig wird die Frage der Liberalisierung des Messpunktes diskutiert, der ein wesentliches Element des Stromverteilungsnetzes, sowohl für die Versorgungssicherheit als auch für die Qualität der Verrechnung, darstellt.

Der Bundesrat will zukünftig eine sichere Stromversorgung auf der Basis erneuerbarer Energien und er wird umfassende Revisionen angehen. Die Standard-Grundversorgung soll zu 100 Prozent aus Schweizer Strom aus erneuerbaren Quellen bestehen. Damit will der Bundesrat die Rahmenbedingungen für die Stromwirtschaft verbessern, die Planungssicherheit erhöhen und bessere Anreize für Investitionen schaffen. Zudem bestätigt der Bundesrat im Rahmen der Revision des Stromversorgungsgesetzes (StromVG) weiterhin seinen Willen zu einer vollständigen Öffnung des Strommarktes. Haushalte und kleine Unternehmen sollten Zugang zum freien Markt haben und gegebenenfalls zur Grundversorgung zurückkehren können.

Für den VWSV und seine Mitglieder muss diese Transformation des Energiesystems auf zwei Säulen beruhen: Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit.

Die vollständige Marktöffnung und die ausschliessliche Versorgung aus erneuerbaren Energien dürfen das hohe Niveau der Versorgungssicherheit im Sinne der Systemstabilität nicht gefährden. Die Verfügbarkeit sowohl von Kapazität als auch von Energie muss ganzjährlich gewährleistet sein. Es ist daher notwendig, echte Anreize und Rahmenbedingungen für (Re-)Investitionen in Verteilungs-, Produktions- und Speicheranlagen in der Schweiz zu schaffen.

Das neue Marktkonzept soll dazu beitragen, die Nachhaltigkeitsziele der Energiestrategie 2050 und der Klimapolitik zu erreichen. Der Übergang zu mehr erneuerbaren Energien und Energieeffizienz darf nicht behindert, sondern muss unterstützt werden.

Eigene, dezentrale Produktion, Elektromobilität usw. Was sind die Auswirkungen für die Walliser Verteiler?

Der Wunsch nach Dekarbonisierung bedeutet vor allem eine neue Elektrifizierung unserer Gesellschaft. Dies ist in den Bereichen Gebäude und Transport besonders wichtig. Von nun an wird die Mobilität elektrisch und der Verbraucher wird zum Produzenten und sogar zum lokalen Verteiler.

Wurde die dezentrale Produktion (bei der jeder zum Energieproduzent werden kann) schon weitgehend durch Bundeszuschüsse unterstützt, so fördert das Energiegesetz (EnG) seit 2017 den sauberen Verbrauch und erlaubt jedem Produzenten sogar, seinen Strom mit seinen Nachbarn zu teilen, wodurch Clusters von Selbstverbrauchern entstehen.

Ebenso wird die Elektromobilität durch das steigende Angebot der Hersteller und den Ausbau des Netzes von Ladestationen durch die öffentliche Hand (VNB, Kanton Wallis, Bund) und private Unternehmen beschleunigt.

In jedem Fall haben die VNB einen zentralen Platz in dieser Energiewende. Die Mitglieder des VWSV haben – auf ihrer Ebene – eine privilegierte Beziehung zu ihren Kunden aufgebaut und stehen an vorderster Front bei der Beratung sowohl von Privatpersonen als auch bei der Begleitung von Behörden.

In den kommenden Jahren werden die Verteiler stark investieren. Erstens in die Infrastruktur, die neue Kapazitäten aufnehmen und auch auf eine höhere Nachfrage reagieren muss, ohne die Netzqualität zu beeinträchtigen. Zweitens in Hochleistungssysteme zur Messung der Energiequalität und des Energieaustauschs und zur Gewährleistung der Netzstabilität. Und schliesslich in intelligente Messsysteme, um Investitionen in das Netz zu begrenzen. Nur mit flexiblen Netzen ist es möglich, Lasten besser zu steuern und das System zu geringeren Kosten zu optimieren.

Diese Investitionen können jedoch nicht ohne Auswirkungen auf die Stromtarife getätigt werden. Derzeit spiegeln sich die Kosten für Bau, Betrieb und Wartung der Stromnetze in den Tarifen für die Netznutzung wider. In der Regel wird ein Basistarif angewendet, der die Fixkosten wie Messung und Abrechnung abdeckt. Gemäss den gesetzlichen Vorgaben muss sich ein Grossteil der Tarife an der entnommenen Energie orientieren. Bei diesen Preiskonzepten wird jedoch das Kausalitätsprinzip nicht beachtet, d. h. die Kosten, die z. B. durch die dezentrale Produktion entstehen, werden nicht von den Produzenten selbst, sondern von allen Verbrauchern getragen.

In Zukunft wird man sich also mit der Frage der Netzentgeltregulierung auseinandersetzen müssen und die Netzbetreiber sind bereit, alternative Preismodelle zu entwickeln wie z. B. ein System, das die Kostenkausalität berücksichtigt; eine dynamische Preisgestaltung auf der Grundlage der Netzauslastung, wobei Kunden, die das Netz in kritischen Momenten nicht überlasten, mit einer niedrigeren Rechnung belohnt würden.

Welche Zukunft für die Walliser Verteiler?

Die Energiewende und insbesondere der Stromsektor erfordern erhebliche Investitionen. Das derzeitige Netz wurde im 20. Jahrhundert für eine unidirektionale Betriebsweise konzipiert: Energie kommt aus grossen Kraftwerken, wird transportiert und dann an die Endkunden verteilt. Mit der Entwicklung der dezentralen Produktion, des Eigenverbrauchs, der Elektromobilität, der Haus-, Lüftungs- und Klimatechnik, … muss sich das Netz jedoch weiterentwickeln, um die zahlreichen Aspekte der dezentralen Produktion, aber auch den Anstieg der Nachfrage aufzunehmen und zu verwalten. Der Energieaustausch wird in beide Richtungen gehen: Der Strom wird auch vom Verbraucher-Erzeuger zu höheren Spannungsebenen – wie zu Speicheranlagen – gelangen können.

Obwohl die VNB bereits innovativ sind, indem sie den Netzbetrieb durch intelligente Steuerungstools verbessern, die das Entstehen bidirektionaler Stromflüsse fördern und versuchen, Praktiken zu automatisieren, um die Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden zu erfüllen, werden die Netze von morgen noch intelligenter sein, um auch grosse und unvorhersehbare Anforderungen zu meistern.

Die Digitalisierung wird diesen Wandel unterstützen. Eine feinere Steuerung der Netzwerke muss auf einer besseren Verwaltung der Daten beruhen und gleichzeitig den Schutz dieser sowie die Sicherheit unserer Systeme gewährleisten.

Die vollständige Liberalisierung des Strommarktes erfordert eine Anpassung des gesamten Systems, der Netzbetreiber, der „Verbraucher-Akteure“ der Infrastrukturen, der zur Verfügung stehenden Instrumente und des rechtlichen Rahmens. Dabei müssen die langfristige Zuverlässigkeit der Netze, nachhaltige Investitionen in eine CO2-freie Produktion und die Entwicklung innovativer Multi-Fluid-Lösungen sichergestellt werden.

Die Mitglieder des VWSV stehen klar im Einklang mit dem Engagement, unsere Umwelt nachhaltiger zu gestalten. Darüber hinaus engagieren sich die Mitglieder schon seit Jahren für die Förderung erneuerbarer Energie, sei es Wasserkraft, Wind- und Solarenergie oder die Entwicklung von Fernwärme.

Das sichere, effiziente und intelligente Stromnetz ist die tragende Säule der Energiewende. Die VNB sind insofern in einer privilegierten Position, als sie die Erwartungen der Verbraucher kennen und diese erfüllen können. Allerdings können sie diesen Übergang nicht alleine erreichen, sie müssen gemeinsam handeln, mit den Kunden/Verbrauchern und den Produzenten.

20210518_VWSV_Pressemitteilung

Herr Philippe Délèze, Generaldirektor der SEIC SA, übernimmt die Präsidentschaft von Herrn Samuel Claret, Dienstchef Elektrizität, Energie & nachhaltige Entwicklung (SED2) der Stadt Monthey.

Er wird unterstützt durch Herrn Hans-Peter Burgener, Vizepräsident und CEO der EnBAG AG, François Fellay, Mitglied des Komitees und Generaldirektor von OIKEN, sowie von zwei Neuzugängen im Komitee: Herrn Joël Di Natale, Direktor Altis Groupe SA und Herrn Alain Bregy, Direktor der EVWR AG.

Elektrizität gehört zu den wichtigsten und unentbehrlichen Gütern unserer Zeit. Praktisch alle Errungenschaften der zivilisierten Gesellschaft wie zum Beispiel Kommunikationseinrichtungen, Verkehrsinfrastrukturen oder die moderne Gesundheitsversorgung wären ohne Elektrizität nicht nutzbar. Daher hat die sichere Stromversorgung der Schweiz erste Priorität.

Hier finden Sie die Energiespartipps der nationalen Kampagne: https://www.energieschweiz.ch/programme/nicht-verschwenden/startseite/?pk_vid=ad435e59181327e1166375272230ddc2

Finden Sie den Maßnahmenkatalog des Kantons Wallis : https://www.vs.ch/de/web/penurie/

Präsidentenbericht

Der Bundesrat hat im Juni 2021 angekündigt, das Energiegesetz und das Gesetz über die Strom-versorgung ändern zu wollen, um bis 2050 aus der Kernenergie und den fossilen Energien auszusteigen. Zu den Zielen gehören die rasche Elektrifizierung des Verkehrs und der Hei-zungen, die Entwicklung hin zu einem de-zentralisierten Stromsystem, die Förderung von Innovationen und der zunehmenden Digitalisierung des Stromsektors.  Einige Ziele betreffen auch die Versorgungssicherheit der Schweiz zu jeder Jahreszeit. So sehen die Bundesbehörden den Ausbau der einheimischen Produktionskapazitäten vor, der darauf abzielt, die Verfügbarkeit von Energie im Winter zu gewährleisten, eine strategische Reserve zu bilden und den Pro-Kopf-Verbrauch zu senken.

Ein weiteres wichtiges Thema: Die vollständige Öffnung des Strommarktes. Nach Ansicht des Bundesrates muss dieser Prozess über die Entwicklung neuer Modelle für die lokale Strom-versorgung führen, um lokale Finanzierungen und die Vermarktung dezentraler Produktion zu ermöglichen.

Erwähnt sei noch die Absicht der Behörden, die Regeln für die Gruppierungen im Rahmen des Eigenverbrauchs (RCP) zu flexibilisieren. Die RCP würde zu einem Stromanbieter unter vielen werden.  Die Regelung der internen Verhältnisse in der RCP würde stark vereinfacht, indem man im Wesentlichen die Marktbedingungen funktionieren lässt.

Zwar sind diese Ziele für die Energiewende entscheidend, doch bringen sie auch zahlreiche Herausforderungen für die Stromverteiler mit sich, zu denen auch noch die Versorgungssicherheit, die Umsetzung des Smartgrid oder die Cybersecurity hinzukommen. Die VNB müssen sich daher anpassen, innovativ sein, ihre Kompetenzen diversifizieren und massiv in ihre Infrastruktur investieren.

Um sie hierbei zu unterstützen, spielt der VWSV eine Schlüsselrolle, indem er ihre Interessen gegenüber den Behörden und anderen Akteuren im Energiebereich vertritt. In diesem Zusammenhang nimmt er proaktiv zu Vernehmlassungen Stellung, tauscht sich regelmässig mit dem Energiedepartement aus und nimmt an kantonalen oder nationalen thematischen Tagungen teil. Dieses Engagement verfolgt zwei Hauptziele: die Verteidigung einer Marktentwicklung, die das hohe Niveau der Versorgungssicherheit nicht beeinträchtigt, sowie den VNB die Möglichkeit zu bieten, von günstigen Rahmenbedingungen für Investitionen in Anlagen zur Energieverteilung, Produktion und Speicherung zu profitieren.

der komplette Bericht : AVDEL_GV 2022_präsidentenbericht

Die Mitglieder des Verbandes der Walliser Stromverteiler (VWSV) trafen sich heute Morgen zur Generalversammlung und erörterten die aktuell brisantesten Themen; den steigenden Strompreis, die Energiewende und das geplante neue kantonale Energiegesetz.

Die Strompreise, die bis zum Frühjahr 2021 relativ stabil blieben, sind seit dem letzten Herbst massiv gestiegen. Dieser Anstieg erklärt sich aus mehreren Aspekten: Eine instabile geopolitische Lage mit dem Krieg in der Ukraine und seinen Auswirkungen auf den Gasmarkt, Probleme mit der Verfügbarkeit des französischen Kernenergieparks, wo mehrere Kraftwerke abgeschaltet sind, die wirtschaftliche Erholung nach der Covid-Pandemie sowie der Anstieg des CO2 Preises sind die Hauptgründe.

Ein Anstieg, der sich noch schwer beziffern lässt

Während die Preisexplosion, die seit fast einem Jahr den europäischen Markt belastet, keine Auswirkungen auf die Tarife für 2022 hatte – deren Stabilität garantiert ist -, wird die Realität im nächsten Jahr ganz anders aussehen. Diese angespannte Situation beunruhigt natürlich die Walliser Stromverteiler. Diese sind im VWSV zusammengeschlossen und haben sich in den letzten Monaten mehrmals über die Komplexität eines volatilen Marktes ausgetauscht, der dem harten Gesetz von Angebot und Nachfrage unterliegt. Das Fazit ist einhellig: Die Preise für 2023 werden zwangsläufig nach oben korrigiert werden müssen.

Es ist jedoch noch verfrüht, den erwarteten Anstieg zu beziffern; die Verteiler haben bis zum 31. August 2022 Zeit, um der ElCom ihre Preise für 2023 mitzuteilen. Derzeit gehen die Stromverteiler jedoch davon aus, dass die Stromrechnung der Haushalte um 40% bis 70% steigen wird, wobei die regionalen Unterschiede je nach den Versorgungsstrategien und der Eigenproduktion der einzelnen Anbieter mehr oder weniger gross sein werden. Für Kunden, die mehr als 100.000 kWh pro Jahr verbrauchen und deren Verträge dieses Jahr auslaufen, dürfte der Anstieg im nächsten Jahr ausgeprägter sein, da sie noch stärker von den Marktpreisen abhängig sind.

 

 

Ausbau lokaler erneuerbarer Produktion

Der VWSV ist der Ansicht, dass ein Ausbau der lokalen erneuerbaren Energieproduktion die Abhängigkeit vom europäischen Markt und damit die Anfälligkeit für schwankende Energiepreise verringern und gleichzeitig die Versorgungssicherheit erhöhen würde. Die meisten Verteiler haben dies verstanden und investieren – einige bereits seit mehreren Jahren – hauptsächlich in Solar- und Wasserkraftanlagen zur Produktion von erneuerbarer Energie.

Diese Zunahme der erneuerbaren Energieproduktion muss jedoch mit einer Aufrüstung der Verteilnetze einhergehen. Die Netze müssen intelligenter und robuster werden, um die dezentralen Produktionen in bidirektionale Flüsse zu integrieren. Die Verteiler arbeiten daran, insbesondere durch die Einführung von Smart Meter, d. h. die Installation von “intelligenten” Stromzählern, die sowohl die Messung des Energieverbrauchs als auch der Energieproduktion ermöglichen.

Unterstützung des neuen kantonalen Energiegesetzes

Im Wallis hat der VWSV aktiv an der Vorbereitung der Vernehmlassung zum Entwurf des neuen kantonalen Energiegesetzes mitgewirkt. Er konnte insbesondere seine Argumente gegenüber der Energiekommission des Grossen Rates darlegen. Der VWSV unterstützt die Vorlage, die einen klaren Kurs für den Kanton vorgibt, bedauert jedoch, dass der zweite Entwurf weniger ehrgeizig ist als der erste und weist auf die Schwierigkeiten bei der Anwendung einiger Artikel hin.

Er setzt sich zudem für eine Erleichterung der Baubewilligungsverfahren ein, wodurch erneuerbare Projekte vermehrt und schneller realisiert werden sollen, da ansonsten die von Bund und Kanton gesetzten Ziele nur schwer erreichbar sein werden und die Abhängigkeit vom Ausland bestehen bleibt.

Schliesslich kann eine von der Regierung angestrebte Politik der Anreize nur mit der Unterstützung der Bevölkerung erfolgreich sein. Daher wünscht sich der VWSV, dass die Begleitung der Haushalte und Unternehmen bei der Energiewende intensiviert wird. Eine Begleitung, die mit professioneller Ausbildung einhergeht, die den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen gerecht wird.

Die ganze Pressemitteilung : 20220520_VWSV_GV2022_Medienmitteillung

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Auf dem 11. Energieforum, das am

Dienstag, 31. Mai 2022 um 17H00
in der Aula der HES-SO in Siders stattfindet (Infos hier).

findet am Nachmittag ein Workshop statt, der speziell den Netzbetreibern (VNB) gewidmet ist.

Ab 15:30 Uhr können Sie sich über die Problematik der Netzflexibilität und die Herausforderungen austauschen, die angesichts der Elektrifizierung der Energiewende auf die Fachleute in diesem Bereich zukommen.

Anmeldung: über diesen Link.

Programm :

17h00 BEGINN DER KONFERENZ – BEGRÜSSUNG

Stéphane Genoud, Dozent und Forscher an der HES-SO Valais-Wallis, Spezialist der Energiewende

EINFÜHRUNG ZU DEN AUSWIRKUNGEN DES KLIMAWANDELS

Martine Rebetez, Klimaforscherin, Professorin an der Universität Neuenburg und Wissenschaftlerin an der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL)

ELEKTRIFIZIERUNG DER ENERGIEWENDE : VISION DES VWSV

Hans-Peter Burgener, Vizepräsident des VWSV, CEO EnBAG

WIE KANN DIE SPEICHERUNG VON ENERGIE DAZU BEITRAGEN, EINEN BLACKOUT ZU VERHINDERN ?

David Wannier, Professor FH

DISKUSSIONSRUNDE  moderiert von FRÉDÉRIC FILIPPIN (CANAL 9) und Prof. Dr. Stéphane Genoud

Interview mit Roberto Schmidt, Chef des Departements für Finanzen und Energie und Diskussion mit Experten aus dem Energiebereich

Die GV 2022 findet am Freitag, 20. Mai 2022, im Kongresszentrum La Poste in Visp statt.

 

PROGRAMM

08.45 Uhr    Empfang, Kaffee und Gipfeli

 

09.15 Uhr    Generalversammlung       

  1. Protokoll der Generalversammlung vom 18. Mai 2021
  2. Bericht des Präsidenten
  3. Jahresrechnung 2021 und Revisorenbericht
  4. Genehmigung der Jahresrechnung und Entlastung des Vorstands
  5. Budget 2022
  6. Eintritte, Austritte
  7. Höhere Fachprüfung Netzelektrikermeiste
  8. Verschiedenes

 

10.15 Uhr    Technischer Teil

Die Entwicklung der Lonza AG

Auswirkungen auf die Stromverteilung

 

11.00 Uhr    Aperitiv

12.00 Uhr    Mittagessen

Der Verband der Walliser Stromverteiler (VWSV) hat kürzlich Philippe Délèze zu seinem neuen Präsidenten gewählt. Der diplomierte Ingenieur, Direktor der SEIC-Télédis-Gruppe, erklärt uns die Herausforderungen im Zusammenhang mit seiner Branche, die Ziele des Verbandes sowie die Themen, die ihm am Herzen liegen.

 

In einer Zeit, in der das Management der Stromnetze tiefgreifende Veränderungen erlebt, fördert der VWSV den Austausch zwischen den Verteilnetzbetreibern (VNB), die er gegenüber dem kantonalen Departement für Finanzen und Energie und der öffentlichen Hand verteidigt und vertritt. Am 18. Mai wählten die Mitglieder des Verbandes Philippe Délèze, derzeit Direktor der SEIC-Télédis Gruppe, zu ihrem neuen Präsidenten. Eine Begegnung mit diesem Profi aus den eigenen Reihen:

 

Was ist Ihr beruflicher Werdegang?

Ich begann mit einer Lehre als Elektromechaniker und absolvierte danach eine Ausbildung zum Elektroingenieur. 1992 kam ich als Netzwerkingenieur zur SEIC, die später zur SEIC-Télédis-Gruppe wurde. Ich war dann für die Planung des elektrischen- und des Glasfasernetzes zuständig. Im Jahr 2007 habe ich dann die Direktion der Gruppe übernommen, nachdem ich eine betriebswirtschaftliche Ingenieurausbildung absolviert hatte. Ich bin froh, dass ich vor meiner jetzigen Tätigkeit lange Zeit im Bereich Netzwerkmanagement und -planung gearbeitet habe, denn dadurch habe ich ein sehr gutes Verständnis für die Problematik in diesen Bereichen.

 

Hat sich das Management von Stromnetzen seit Ihren Anfängen stark verändert?

Ja, erheblich! Ursprünglich wurden die Netze gebaut, um Strom aus grossen Kraftwerken in eine Richtung zu den Endkunden zu liefern. Dies ist durch die Zunahme von dezentraler Produktion, Eigenverbrauch und Energiespeicherung gar nicht mehr der Fall. Zwar sehen uns viele immer noch als “Kabelzieher”, unsere Arbeit ist jedoch viel technischer geworden und hat sich – vor allem durch die Entwicklung der Digitaltechnik – in den letzten Jahren stark verändert.

 

„Unsere Arbeit ist viel technischer geworden und hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt“.

 

Welche Rolle spielen die VNB in der Energiewende?  

Um auf das Wachstum der dezentralen Produktion zu reagieren, müssen die VNB ein Smartgrid – d.h. ein intelligentes Netz – einsetzen, das die Verteilung und den Verbrauch von Energie optimiert. Zu diesem Zweck investieren sie erheblich in die Modernisierung und Digitalisierung ihrer Netze.

Um den Bedürfnissen ihrer Kundinnen und Kunden gerecht zu werden und eine umfassende Palette an Lösungen zu offerieren, bieten viele VNB jetzt auch Dienstleistungen an, die die Energieeffizienz und die Nutzung erneuerbarer Energien fördern. Diese Diversifizierung ermöglicht es ihnen, die bevorstehende Öffnung des Strommarktes zu antizipieren und sich als Schlüsselakteure der Energiewende zu behaupten.

 

Was sind die Hauptziele des VWSV?

Zunächst einmal wollen wir sicherstellen, dass die Marktentwicklung die hohe Versorgungssicherheit über das ganze Jahr hinweg nicht beeinträchtigt. Um dies zu erreichen, nehmen wir an Konsultationen teil und stehen in Kontakt mit den Behörden, um von günstigen Rahmenbedingungen für Investitionen in Energieverteilungs-, Produktions- und Speicheranlagen zu profitieren.

Zudem wünscht sich der VWSV, dass seine Mitglieder eine führende Rolle bei der Umsetzung der Energiestrategie 2050 spielen und den Verbraucherinnen und Verbrauchern den Zugang zu 100% Walliser-Energielösungen ermöglichen. Da einige VNB nun auch Energiedienstleistungen anbieten, während andere Verteiler sich auf das historische Geschäft konzentriert haben, sind Partnerschaften unerlässlich, wenn wir alle Kundinnen und Kunden zufriedenstellen wollen. In diesem Zusammenhang spielt der Verband eine wesentliche Rolle bei der Förderung des Austauschs und der Zusammenarbeit.

 

Wie sind die Beziehung zwischen dem VWSV und dem Staat Wallis?

Die Beziehungen sind sehr gut! Wir treffen uns regelmässig mit dem kantonalen Departement für Finanzen und Energie, welches wir bei der Umsetzung der eidgenössischen und kantonalen Energiestrategien konkret beraten und unterstützen. So werden die VNB durch den VWSV zu privilegierten Gesprächs-partnern, weil sie die Probleme des Terrains kennen und oft schon auf lokaler Ebene Projekte umgesetzt haben, die später auf kantonaler Ebene angedacht werden. Sie fungieren als eine Art Transmissionselement zwischen den Zielen der kantonalen Strategie, der öffentlichen Hand und den Kundinnen und Kunden.

 

„Die VNB sind privilegierte Gesprächspartner, weil sie die Problematik des Terrains kennen“.

 

Welche Themen liegen Ihnen für Ihre Präsidentschaft besonders am Herzen?

Ich würde mir wünschen, dass sich das Image der VNB verändert, denn wir werden noch zu oft als veraltete und individualistische Unternehmen wahrgenommen. Im Gegensatz zu dieser Wahrnehmung sind die VNB im Wallis dynamische Akteure der Energiewende, die die Erwartungen ihrer Kundinnen und Kunden erfüllen wollen. Sie haben bereits mehrfach bewiesen, dass sie in der Lage sind, zusammenzuarbeiten und innovative Lösungen zu finden, dies sowohl im Bereich Energie als auch im Multimediabereich. Der VWSV kann dazu beitragen, diese negative Wahrnehmung beispielsweise durch eine intensivere Kommunikation über die Aktivitäten dieses Sektors zu verändern.

Zum anderen hat sich der Verband aufgrund des Lehrlingsmangels auch sehr für die Förderung des Berufs des Netzelektrikers eingesetzt. Es scheint mir wichtig, dass der Verband seine Aktivitäten auf die Weiterbildung ausweitet. Wie ich schon darlegte, haben sich unsere Berufe in den letzten Jahren sehr verändert. Es ist daher sehr wichtig, die Aus- und Weiterbildung zu fördern, damit sich die Fachleute des Sektors anpassen können.

 

Foto © Thomas Masotti

Die Generalversammlung der VWSV, die am Mittwoch, den 6. Mai 2020 um 10.00 Uhr stattfinden sollte, wird auf dem Zirkularbeschluss durchgeführt.

Die Mitglieder erhalten per E-Mail die an diesem Tag üblicherweise verbreiteten Informationen.

Vielen Dank für Ihr Verständnis!